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Leitsätze

 

Leitsatz 1: Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft stärken

 

  • Die staatlichen Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft sind so zu optimieren, dass die Betriebe genügend Spielraum für eine flexible Anpassung an die Anforderungen und Bedürfnisse des Marktes haben.
  • Die stärkere Ausrichtung der Landwirtschaft auf den Markt bringt erhöhte wirtschaftliche Risiken und damit eine grössere Eigenverantwortlichkeit des Landwirtes und der Bäuerin mit sich. Sie sollen bei der Entwicklung eines neuen Selbstbewusstseins und beim Aufbau eines ganzheitlichen Betriebsmanagements aktiv unterstützt werden.
  • Der Entwicklung marktgerechter Produkte und der Erschliessung neuer Absatzwege kommt grosse Bedeutung zu. Der Staat soll hier im Rahmen seiner Förderungs- und Regulierungsaufgaben Anreize schaffen und Starthilfe leisten.
  • Die Wettbewerbsfähigkeit im nationalen und internationalen Umfeld bedingt eine konsequente Kostensenkung in der Produktion. Die staatliche Förderung und Regulierung hat dieser Anforderung besondere Beachtung zu schenken.

 

 

Leitsatz 2: Strukturentwicklung unterstützen und Zusammenarbeit fördern

 

  • Die Strukturentwicklung basiert auf einer unternehmerischen Neuausrichtung der zukunftsfähigen Betriebe. Dazu gehören die Optimierung der Betriebsgrösse und Betriebsausrichtung sowie die fortlaufende Modernisierung der Infrastruktur.
  • Besondere Bedeutung kommt der Betriebsarrondierung und der überbetrieblichen Zusammenarbeit zu. Der Staat soll seine Anreiz- und Lenkungsmöglichkeiten im Bereich der Strukturverbesserungsmassnahmen, des bäuerlichen Bodenrechts, des Pachtrechts und des Raumplanungsrechts zielgerichtet ausschöpfen.
  • In der Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Gewerbe und Tourismus liegt ein Synergiepotenzial, das es auszuschöpfen gilt. Der Staat ist berufen, seine Aktivitäten in den entsprechenden Aufgabenbereichen in Ausrichtung auf diese Zielsetzung zu koordinieren.
  • Soziale Härten der Strukturentwicklung sind durch geeignete Auffangmassnahmen abzufedern. Der Konformität der Massnahmen mit den Zielsetzungen der Strukturentwicklung ist besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

 

 

Leitsatz 3: Umweltgerechte und gesunde Produktion

 

  • Die Landwirtschaft bewirtschaftet den überwiegenden Teil der Kantonsfläche. Sie hat damit einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität der Umweltressourcen Boden, Luft und Wasser sowie die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren. Die umwelt- und ressourcenschonende Produktion verdient daher bei allen staatlichen Förderungs- und Regulierungsmassnahmen besondere Honorierung.
  • Die artgerechte Haltung und Fütterung der Nutztiere ist ein ethisches Grundgebot und dient der Qualitätssteigerung der Produkte. Die entsprechenden Lenkungs- und Anreizmöglichkeiten des Staates sind auszuschöpfen.
  • Gesunde, naturnah produzierte Nahrungsmittel sind ein hochrangiges Bedürfnis der Konsumenten. Zum Schutz der Konsumenten und zur Wahrung der Exportfähigkeit der einheimischen Produkte ist der Staat berufen, die notwendigen Vorschriften zu erlassen und Anreize zu schaffen.

 

 

Leitsatz 4: Landschaft pflegen und dezentrale Besiedlung erhalten

 

  • Die schonende Bewirtschaftung der Kulturlandschaft ist Voraussetzung für einen vielfältigen und artenreichen Lebensraum. Sie fördert ein intaktes und reizvolles Landschaftsbild, welches die Wohn- und Lebensqualität der Bevölkerung steigert und die Attraktivität der Tourismusregionen ausmacht.
  • Abwanderungen aus entlegenen Gebieten sind zur Gewährleistung der Landschaftspflege und zur Sicherung der dezentralen Besiedlung zu verhindern. Neben besonderen Bewirtschaftungsbeiträgen bedarf es dazu eines regional angepassten Verhältnisses von Haupt- und Nebenerwerbsbetrieben. Der erhöhte Spielraum des revidierten Raumplanungsrechts ist zielgerichtet auszuschöpfen.
  • Den unterschiedlichen Bewirtschaftungsbedingungen im Tal- und im Berggebiet ist Rechnung zu tragen.

 

 

Leitsatz 5: Professionalität und Wissenstransfer fördern

 

  • Solide Fachkenntnisse, unternehmerisches Know-how sowie Ideenreichtum und Kreativität sind Grundvoraussetzungen für eine den Anforderungen des Marktes und der Umwelt genügende Landwirtschaft. Der landwirtschaftlichen Bildung und Beratung kommt daher grosse Bedeutung zu.
  • Das Angebot von Lehre und Beratung muss konsequent an den Bedürfnissen der Praxis ausgerichtet sein, damit es von den Landwirten und den Bäuerinnen offensiv genutzt wird. Die Personalunion von fronterfahrenen Beratern und unterrichtenden Lehrkräften trägt dieser Anforderung Rechnung und ist daher zu fördern.
  • Die landwirtschaftliche Berufsbildung weist inhaltliche und organisatorische Spezifitäten auf. Ihre Durchlässigkeit zu anderen Sparten der Berufsbildung ist aber mit Blick auf die wirtschaftliche und gesellschaftliche Integration der Landwirtschaft von grosser Bedeutung. Daher ist die landwirtschaftliche Berufsbildung in geeigneter Weise in die allgemeine Berufsbildung zu integrieren.

 

 

Leitsatz 6: Zielgerichteter Einsatz der staatlichen Mittel

 

  • Der Staat soll Initiative und Eigenverantwortlichkeit der Landwirte und der Bäuerinnen fördern und nutzen. Deshalb soll sich die staatliche Unterstützung nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe richten.
  • Bewilligungs- und Kontrollaufgaben des Staates werden auf das Notwendige beschränkt. Zur administrativen Entlastung der Betriebe und zur Senkung der Vollzugskosten werden die Zuständigkeiten der Behörden gebündelt, die Verfahren einfach und transparent ausgestaltet und die Kontrollen - soweit zweckmässig - koordiniert.
  • Gemeinden, Berufsorganisationen und andere Institutionen sollen zur Erfüllung der Vollzugsaufgaben beigezogen werden, wo dies zur Qualitätssteigerung, zur besseren Akzeptanz und zur Effizienzsteigerung beiträgt.

 

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