Accesskeys

Erdmandelgras


Biologie

Blütenstände mit zahlreichen Ästen und goldfarbenen Blütenrispen

Blütenstände mit zahlreichen Ästen und goldfarbenen Blütenrispen

Das Erdmandelgras oder Knöllchenzyperngras (Cyperus esculentus L.)  gehört zur Familie der Sauergräser (Cyperaceae). Die einjährige Pflanze kann an ihrem typischen dreikantigen Stängel mit fehlenden Knoten sehr gut erkannt werden. Charakteristisch sind auch die Blütenstände mit zahlreichen Ästen und goldfarbenen Blütenrispen.

Unterirdisch bildet die Pflanze Rhizome mit Wurzelknöllchen, den sogenannten Mandeln. Die Vermehrung der Pflanze erfolgt in unseren Breitegraden hauptsächlich über die Mandeln. Eine Pflanze kann dabei mehrere Hundert Knöllchen bilden, die im Boden bis zu 6 Jahren keimfähig bleiben können. Die Vermehrung des Erdmandelgras über die Samenbildung ist von untergeordneter Rolle.  

 

 

Entwicklungszyklus

 

Das Erdmandelgras keimt Mitte März. Die Blütenstände entwicklen sich in den Hochsommermonaten Juli-August. Ab dann setzt auch die Mandelbildung im Boden ein. Mit den ersten Herbstfrösten ist die Entwicklung der Knöllchen abgeschlossen. Die oberirdischen Pflanzenteile sowie die Rhizome sterben im Winter ab.  Die Knöllchen keimen im darauffolgenden Frühjahr, bei höheren Bodentemperaturen. Bei einzelnen Knöllchen kann die Ruhepause auch deutlich länger dauern.

 

Problemunkraut - Verbreitung

Das Erdmandelgras kommt auf allen Kontinenten vor, vorwiegend in wärmeren Gebieten. In den Tropen und Subtropen wird das Gras zur Gewinnung seiner Wurzelknöllchen angebaut, in Spanien werden die Mandeln auch für die Herstellung eines Getränkes (Horchata de chufa) verwendet.   

In der Schweiz verbreitet sich der invasive Neophyt zunehmend. Betroffenen Regionen sind vor allem das Schweizer Mittelland, das Rheintal und das Tessin. Das Gras bevorzugt sonnige Lagen und tritt auf torfhaltigen Böden vermehrt auf.

 

Problematisch ist das Erdmandelgras besonders in der Landwirtschaft. Kulturen die sich im Frühjahr langsam entwickeln, sind besonders gefährdet (Hackfrüchte, Gemüse). Mit ihrer hohen Wuchsdichte und der enormen Vermehrungsfähigkeit über die Mandeln übt das Erdmandelgras starken Konkurrenzdruck aus. Auf Beschattung reagiert die Pflanze eher empfindlich.

 

Das Risiko der Verschleppung der Knöllchen ist bei überbetrieblichem Einsatz von Maschinen, Erdverschiebungen oder Landabtausch besonders hoch.

 

Melden Sie sich bei einem Verdacht auf Erdmandelgras bitte bei der Fachstelle Ackerbau (Martina Aeschbacher, 058 228 24 23).

 

Mit Erdmandelgras verseuchtes Kartoffelfeld

Mit Erdmandelgras verseuchtes Kartoffelfeld

Servicespalte