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Allgemeine Informationen

Interreg IV-Projekt

Neueste Erkentnisse aus der Forschung bezüglich Feuerbrand finden Sie auf der Seite "Gemeinsam gegen Feuerbrand".

Erreger

Die Krankheit Feuerbrand wird durch ein stäbchenförmiges Bakterium (Erwinia amylovora) verursacht. Dieses stammt ursprünglich aus Nordamerika, wobei die ersten europäischen Nachweise aus den Jahren 1957 (England) vorliegen; innerhalb vom Kanton St.Gallen wurde der Erreger 1995 in Engelburg erstmals festgestellt.

Namensgebung

Die durch die Feuerbrandbakterien geschädigten Pflanzenteile (Blüten, Blätter, Triebe) sehen wie vom Feuer verbrannt aus; im englischen Sprachgebrauch ist die Rede von "fireblight".

Krankheitsbild

Befallene Blüten und Blätter welken und verfärben sich dunkelbraun bis schwarz, sterben ab und trocknen ein. Charakteristisch ist die zu Beginn auftretende Dunkelfärbung von Blattstiel und Blattgrund, sowie die später U-förmige Krümmung der Triebspitze. Unter feuchtwarmen Bedingungen treten aus den Befallsstellen milchig-weisse, später gelb- bis rotbraune Schleimtropfen (=Bakterienschleim) aus. Die befallenen Blätter, Blüten und jungen Früchte bleiben häufig bis in den Winter am Baum hängen. Betroffene Rindenpartien reissen meist ein und zeigen rötlich oder braun verfärbtes Bastgewebe.

 

Die Symptomausprägung ist von vielen Faktoren abhängig, d.h. es müssen im Einzelfall nicht alle genannten Symptome vorliegen. Sicheres Erkennen von Feuerbrand im Felde ist auch für Spezialisten nicht immer möglich. Im Zweifelsfall ist ein Labortest notwendig. In allen St.Galler Gemeinden wurden Kontrolleure ausgebildet, die genügend Erfahrung im Erkennen und im Umgang mit Feuerbrand haben (Kontrolleure s. Gemeinden). Haben sie einen befallenen Baum so können sie sich an den Feuerbrandkontrolleur der Gemeinde oder an die Fachstelle Pflanzenschutz (058 228 24 24/23) wenden.

Bedeutung

Der Feuerbranderreger stellt sowohl für den Erwerbsobstbau als auch für das Landschaftsbild und die Hausgärten eine ernsthafte Bedrohung dar. Die Krankheit ist meldepflichtig, d.h. ihr Auftreten oder auch nur der Verdacht ist der zuständigen Behörde (s.o.) zu melden, die dann weitere Massnahmen in die Wege leitet; Rechtsgrundlage hierfür ist: Art. 26 ff Verordnung des Bundesrates über Pflanzenschutz vom 28.2.2001 (SR 916.20)

Biologie

Die Überdauerung der Bakterien während der Wintermonate erfolgt in erster Linie in den erkrankten Rindenteilen betroffener Pflanzen. Im Frühjahr nehmen die Bakterien mit steigenden Temperaturen ihre Vermehrung auf. In Verbindung mit Feuchtigkeit treten sie als Bakterienschleim nach aussen, der dann über Regenspritzer, vor allem aber mit blütenbesuchenden oder triebstechenden Insekten und Vögeln verbreitet wird. Die ersten Befallssymptome an den Blüten treten etwa 1-3 Wochen nach der Infektion auf. Später können auch Nachblüten sowie junge Triebe befallen werden. Im weiteren Verlauf der Krankheit entwickeln sich die Bakterien in den Leitgefässen - befallene Äste sterben allmählich von aussen nach innen ab. Das Absterben befallener Triebe erfolgt je nach Anfälligkeit der Wirtspflanze mehr oder weniger stark verzögert. In der Regel ist deshalb davon auszugehen, dass die Bakterien wesentlich weiter vorangeschritten sind, als dies äusserlich sichtbare Symptome anzeigen.

 

Des Weiteren können Feuerbrand-Bakterien auch durch Schnittwerkzeuge und über grössere Distanzen auch durch Zugvögel (Drossel, Star) oder mit befallenen Pflanzen oder Pflanzenteilen und mit verseuchtem Verpackungsmaterial verbreitet werden. 

Hinweise zur Diagnose

Verwechslungsmöglichkeiten bestehen beispielsweise mit folgenden Krankheiten, Schädlingen oder abiotischen Ursachen: Bakterienbrand (Pseudomonas syringae pv. syringae), Monilia-Blüten- und Triebwelke (Monilina laxa), Birnentriebwespe (Janus compressus), Frost, Herbizide.

Eine sichere Abgrenzung durch den Laien ist im Einzelfall möglich (Triebwespe), für die anderen Eventualitäten ist jedoch eine genaue Diagnose durch eine Fachperson oder das Labor unerlässlich. Das Schadbild der Triebwespe ist dem Feuerbrand ähnlich (an Birnen und Äpfeln vorkommend), indem sich krümmende und schwarz verfärbende Triebspitzen auftreten. Im Unterschied zu Feuerbrandsymptomen zeigen sich beim Schadbild der Triebwespe aber spiralig angeordnete Einstiche am Ansatz der Verfärbungszone.

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