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Begriffe

ländliche Gegend

Im Zusammenhang mit den Direktzahlungen werden immer wieder diverse Begriffe angewendet, die man im täglichen Gebrauch nicht vorfindet. Zu diesem Zweck besteht in der Gesetzessammlung des Bundes die landwirtschaftliche Begriffsverordnung (LBV) welche z.B. das Verfahren für die Anerkennung von Betrieben und von Formen der überbetrieblichen Zusammenarbeit sowie die Überprüfung und Abgrenzung von Flächen regelt.

Nachfolgend erklären wir die wichtigsten Begriffe:

Bewirtschafter/in

 

Als Bewirtschafter oder Bewirtschafterin gilt die natürliche oder juristische Person oder die Personengesellschaft, die einen Betrieb auf eigene Rechnung und Gefahr führt.

 

Führen Ehe- und Konkubinatspartner getrennt mehrere Produktionsstätten, so gelten sie zusammen als ein Bewirtschafter.

 

Es kann auch eine Personengesellschaft, z.B. Generationengemeinschaft Vater-Sohn oder Geschwistergemeinschaft, als Bewirtschafterin auftreten. Ein entsprechender Vertrag zwischen den Beteiligten wird empfohlen, ist aber für die Beitragsberechtigung nur dann erforderlich, wenn eine der beteiligten Personen bei Alter oder Einkommen und Vermögen an die Begrenzungen stösst. In diesem Falle dürfen die Beteiligten nicht mehr als 75 Prozent ausserhalb des Betriebes arbeiten. Der Vertrag ist dem Landwirtschaftsamt zuzustellen. Eine solche Gemeinschaft ist keine Betriebsgemeinschaft.

Die Definition des Betriebes ist für die meisten agrarpolitischen Massnahmen, insbesondere für die Ausrichtung von Direktzahlungen, von Bedeutung. Sie ist jedoch nicht identisch mit dem gleichlautenden Begriff im Zusammenhang mit dem bäuerlichen Bodenrecht und dem Raumplanungsgesetz.

 

Selbständiger Betrieb

 

Nach Art. 6 der LBV gilt ein landwirtschaftliches Unternehmen als Betrieb, wenn es:

 

  • Pflanzenbau oder Nutztierhaltung oder beide Betriebszweige betreibt,
  • eine oder mehrere Produktionsstätten umfasst,
  • rechtlich, wirtschaftlich, organisatorisch und finanziell selbständig sowie unabhängig von anderen Betrieben ist
  • ein eigenes Betriebsergebnis ausweist und
  • während des ganzen Jahres bewirtschaftet wird.

 

 

Als Produktionsstätte gilt eine Einheit von Land, Gebäuden und Einrichtungen, die räumlich als solche erkennbar ist und auf der eine oder mehrere Personen tätig sind.

 

Umfasst ein Betrieb mehr als eine Produktionsstätte, so gilt als Betriebszentrum der Ort, an dem sich das Hauptgebäude oder das Schwergewicht der Betriebstätigkeit befinden.

 

Eine Anerkennung durch das Landwirtschaftsamt ist erforderlich für:

 

 

Betriebsgemeinschaft (BG)

 

Als Betriebsgemeinschaft gilt der Zusammenschluss von zwei oder mehreren bisher selbständigen Betrieben. Folgende Bedingungen müssen eingehalten werden:

 

  • Die Betriebe oder Betriebszentren müssen innerhalb einer Fahrdistanz von höchstens 15 km liegen.
  • Die Betriebe müssen unmittelbar vor dem Zusammenschluss während mindestens drei Jahren als selbständige Betriebe geführt worden sein.
  • Die Betriebe müssen beim Zusammenschluss je einen Arbeitsbedarf von mindestens 0.25 Standardarbeitskräften (SAK) aufweisen.
  • Der BG muss das Land und die betriebsnotwendigen Ökonomiegebäude der Betriebe zur Nutzung überlassen werden.
  • Der BG müssen alle Nutztiere und die übrige Fahrhabe der Betriebe zum Eigentum übertragen werden.
  • Es muss ein schriftlicher Vertrag über die BG vorliegen.
  • Die Mitglieder der Gemeinschaft müssen in der Betriebsgemeinschaft tätig sind und kein Mitglied darf zu mehr als 75 Prozent ausserhalb der BG arbeiten.
  • Die BG muss eine Buchhaltung führen, aus der das Betriebsergebnis sowie dessen Aufteilung auf die Mitglieder der Gemeinschaft ersichtlich ist.
  • Die BG muss durch das Landwirtschaftsamt anerkannt werden.

 

 

 

 

Betriebszweiggemeinschaft (BZG) vormals Tierhaltungsgemeinschaft (THG)

 

Die Betriebsgemeinschaft soll einen rationelleren Einsatz der Produktionsfaktoren und damit Kostensenkungen ermöglichen. Sie erlaubt die Zusammenarbeit im Pflanzenbau und/oder Tierhaltung. Ohne diesbezügliche Regelung muss die Selbständigkeit der einzelnen Betriebe in Frage gestellt werden. Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein:

 

  • mehrere Betriebe müssen gemeinsam Nutztiere halten oder einen Teil ihrer Betriebszweige gemeinsam führen,
  • die Betriebe oder Betriebszentren müssen innerhalb einer Fahrdistanz von höchstens 15 km liegen,
  • die Betriebe müssen unmittelbar vor der Zusammenarbeit während mindestens drei Jahren als selbständige Betriebe geführt worden sein,
  • die Zusammenarbeit und die Aufteilung der Tiere und/oder Flächen muss in einem Vertrag geregelt werden,
  • die Mitglieder der Gemeinschaft müssen auf ihren Betrieben und für die Gemeinschaft tätig sein,
  • die Gemeinschaft muss das Mitglied bezeichnen, das sie vertritt und
  • die BZG muss durch das Landwirtschaftsamt anerkannt werden.

 

 

Werden Tiere verschiedener Bewirtschafter in der gleichen Produktionsstätte gehalten, ist eine Anerkennung als BZG erforderlich.

 

 

 

Landwirtschaftliche Nutzfläche (LN)

 

Als landwirtschaftliche Nutzfläche gilt die einem Betrieb zugeordnete, für den Pflanzenbau genutzte Fläche ohne die Sömmerungsfläche (Art. 14 LBV), die dem Bewirtschafter ganzjährig zur Verfügung steht und deren Hauptzweck die landwirtschaftliche Nutzung ist.

 

Dazu gehören:

 

  • Ackerfläche (offene Ackerfläche und Kunstwiesen)
  • Dauergrünfläche (Dauerwiesen und Heimweiden; besteht über 5 Jahre)
  • Streuefläche (extensiv genutzte Feucht- und Nassstandorte; Schnitt alle 2 bis 3 Jahre)
  • Dauerkulturen
  • geschützter Anbau (Gewächshäuser, Hochtunnel ohne Betonfundament)
  • Hecken, Ufer- und Feldgehölze (darf nicht Wald nach Waldgesetz sein)
  • Angestammte Flächen

 

 

Als angestammte Flächen gelten Flächen, die mindestens seit dem 1. Mai 1984 ununterbrochen von einem in der schweizerischen Wirtschaftszone wohnenden Produzenten bewirtschaftet werden.

Der Beitragsansatz beträgt 75 Prozent der Beiträge für Inlandflächen.

 

Spezialkulturen

 

Als Spezialkulturen gelten Reben, Hopfen, Obstanlagen, Beeren, Gemüse (ohne Konservengemüse), Tabak, Heil- und Medizinalpflanzen.

 

Sömmerungsweiden

 

Als Sömmerungsweiden gelten die Flächen mit ausschliesslicher Weidenutzung, welche der Sömmerung von Tieren dienen.

Schwägalp

Die landwirtschaftlich genutzte Fläche umfasst das Sömmerungsgebiet und die landwirtschaftliche Nutzfläche. Sie wird nach den Produktionsverhältnissen und den Lebensbedingungen in Zonen und Gebiete unterteilt.

 

Das Sömmerungsgebiet umfasst die Sömmerungsfläche.

 

Das Berggebiet umfasst:

 

die Bergzone IV ( BZ IV )

die Bergzone III ( BZ III )

die Bergzone II ( BZ II )

die Bergzone I ( BZ I )

 

 

Das Talgebiet umfasst:

 

die Hügelzone

die Talzone

Grossvieheinheiten (GVE)

Im Zusammenhang mit verschiedenen Massnahmen wie Direktzahlungen, Gewässerschutz und Agrarstatistik werden die Tierbestände aufgrund eines Schlüssels, der sich am Düngeranfall orientiert, in Grossvieheinheiten umgerechnet.

Faktoren für die Umrechnung

Standardarbeitskraft (SAK)

 

aufgrund von Faktoren berechnete Arbeitskraft

detaillierte Angaben finden Sie unter SAK

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