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Vorkommen Ambrosia
Bei der von der Fachstelle Pflanzenschutz in Zusammenarbeit mit den Gemeinden durchgeführten Kontroll- und Bekämpfungsaktionen der Jahre 2006 bis 2009 wurden in bisher insgesamt 74 von heute 86 Gemeinden Ambrosiapflanzen gefunden. Die Fundstellen befanden sich fast ausschliesslich im Siedlungsgebiet. Insbesondere im ersten Kontrolljahr wurden die meisten Funde in kleinen Bestandesgrössen in Privatgärten entdeckt, welche in den meisten Fällen auf die Fütterung von Wildvögeln, Hühner oder anderer Kleintiere zurückgeführt werden konnten. Es bestätigte sich also auch im Kanton St.Gallen, dass die überraschende Verbreitung der Ambrosia der letzten Jahre von verunreinigten Futtersämereinen stammte.
In allen Jahren traten jedoch Vorkommen bei Bahngeleisen, Industrie-oder Kompostarealen auf sowie vereinzelt in Ufer- und Waldrandzonen. Auf diesen sogenannten Ruderalflächen wurden vermehrt auch grössere Bestände gefunden. Diese Feststellungen weisen darauf hin, dass die Ambrosia, ausgehend von den Privatgärten, mit Humus- oder Komposttransporten oder auch durch Vögel weiter verbreitet wird und sich auf wenig beachteten Flächen rasch vermehren kann.
Sämtliche aufgefundenen Pflanzen wurden entfernt und die betroffenen Bewirtschafter aufgefordert, die Fundstellen weiterhin zu überwachen und später keimende Pflanzen zu vernichten. Die Funde nahmen daher im Verlaufe der vier Kontrolljahre deutlich ab von anfänglich 172 auf 30 und letztlich auf 18, bzw. 19 Fundstellen. Den stärksten Rückgang verzeichneten die Vorkommen in Gartenanlagen, weil viele dieser Primärherde erloschen sind, bzw. ohne erneute Meldung laufend getilgt werden. Aber auch die weiteren Vorkommen nahmen an Zahl und Bestandesgrösse ab, was den Erfolg der getroffenen Massnahmen belegt. Da die Pflanzen so weit wie möglich vor der Blüte entfernt wurden, konnte damit auch ein Beitrag an die Reduktion der Pollenbelastung geleistet werden.
Beurteilung der Situation
Dank des raschen und energischen Einschreitens von Bund, Kanton und Gemeinden konnte die Ausbreitung der Ambrosia erfolgreich bekämpft werden. Da die Aktionen der Nachbarkantone ähnlich erfolgreich waren, steht fest, dass die geringen Restvorkommen in der Ostschweiz weit davon entfernt sind, eine gesundheitliche Bedrohung darzustellen. Mit dem Ziel der Tilgung werden die bekannten Bestände aber weiterhin kontrolliert. Dies kann je nach Alter und Grösse des Bestandes zwei bis vier Jahre in Anspruch nehmen. Weil durch Humustransporte, Vögel oder auch durch Kleintierfutter auch in Zukunft einzelne Bestandes-Neubildungen erfolgen können, sind die Augen weiterhin offen zu halten. Die Gemeinden werden deshalb auch künftig alle Verdachtsmeldungen überprüfen.